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Lek­tü­re Nr. 1 – Die Welt ist so, wie man sie sieht

Das Buch “Die Welt ist so, wie man sie sieht – Erin­ne­run­gen an Mari­on Dön­hoff” von Fried­rich Dön­hoff habe ich in den letz­ten 3 Tagen kon­su­miert.

Berei­chernd fand ich die von Fried­rich Dön­hoff nie­der­ge­schrie­be­nen Beob­ach­tun­gen sei­ner Groß­tan­te Mari­on. Er hat ab Sei­te 180 die letz­ten Gesprä­che in eine Frage-Antwort-Struktur gefasst, für mich eine Art Essen­zen der gereif­ten Grä­fin.

Zitie­ren möch­te ich, was Mari­on Dön­hoff über den Zufall dach­te.

Fried­rich: “Du hast mal gesagt, dass der Zufall für dich eine beson­de­re Bedeu­tung hat. Wie­so eigent­lich?”

Mari­on: “Ich hat­te dar­über nach­ge­dacht, ob und wie gerad­li­nig ich mein Leben lebe. Mir wur­de klar, dass ich noch nie irgend­et­was geplant, son­dern immer auf den Zufall gewar­tet habe – dann habe ich ihn gepackt und ver­sucht, etwas Ver­nünf­ti­ges dar­aus zu machen.

Vie­le Men­schen mei­nen, man kön­ne alles pla­nen, aber das ist eben ein Irr­tum.

Wenn man Ver­trau­en in den Zufall hat und sich gewiss ist, dass es eine höhe­re Macht gibt, die das Leben ord­net, das des Ein­zel­nen und das der Gemein­schaft und der Völ­ker, dann braucht man sich auch nicht so furcht­bar auf­zu­re­gen.

Ich glau­be fest, dass es so ist. Der Zufall ist die Anti­the­se der Pla­nung.

Es ist eine gro­ße Stüt­ze und Stär­ke, wenn man die­ses siche­re Gefühl hat.”